Unerklärlicher Juckreiz...

  • Liebe Cichlidenfreunde,


    seit Montag scheuert sich meine Pelvicachromis taeniatus Dame.... Derartiges Verhalten gab es zwar in meinen Aquarien schon aber eine Behandlung mit Tremazol brachte immer den gewünschten Erfolg da es sich meistens um Kiemenwürmer etc. handelte.

    Tremazol habe ich dann Dienstag verabreicht, doch blieb der Erfolg leider aus.


    Das Scheuern und auch teilweise Zucken war jedoch bisher nur bei dem Weibchen zu beobachten.

    Das Männchen sowie ein Tetraodon schoutedeni und zwei Synodontis schoutedeni zeigen bisher keinerlei Anzeichen einer Krankheit in Form des Scheuerns und Zuckens.


    Gestern habe ich dann eine Behandlung mit Nematol begonnen, jedoch konnte ich auch heute ein Scheuern beobachten.

    Zwar nicht in der Intensität und Häufigkeit der vergangenen Tage aber ich bin ja auch nicht den ganzen Tag Zuhause gewesen.


    Aktuell ist mein Nitrit ca. bei 0,05 - 0,025 was ich auf eine neue dicke Sandschicht zurückführe die den darunterliegende Bodengrund zu großen Teilen bedeckt und somit Bakterien an der Nitrifikation hindert.

    Dem entgegenwirkend habe ich auch Nitrivec von Sera hinzugegeben.

    Zuvor hatte ich einen konstanten Wert von 0.

    Sogar Süßwasserpolypen sind zu beobachten, als Indiz für eine gute Wasserqualität.


    Der Bodengrund wurde vor etwa 2 Wochen auf den alten Boden aufgeschüttet.

    Auch Blaualgen versuchen den neuen Sand zu bevölkern.


    Ich würde gerne eure Meinung in der Sache hören, da ich nicht einschätzen kann bzw. einordnen kann was dieses Jucken und Zucken zu bedeuten hat und wo es entsteht.


    Danke im Voraus,


    Tim Müller-Holthaus

  • Hallo Tim

    Nach dem was Du schreibst erst mal schwierig die Ursache heraus zu bekommen, da ja das Wasser erst mal in Ordnung zu sein scheint.


    Ich würde so als AdHoc Maßnahme erst einmal die neu hinzugesetze Pflanze wieder entfernen und schauen ob sich dadurch etwas ändert.

    Viele Grüße

    Jörg

  • Vielen Dank für die Antwort,

    ich möchte ein kleines Update geben.

    Die Pflanze zu entfernen halte ich in Anbetracht der Situation nicht für eine Lösung des Problems da das Kind ohnehin schon in den Brunnen gefallen ist.


    Gestern wurde dann von einer Biologin ein Abstrich gemacht und auf den Fischen lebte nichts !

    Weder Würmer noch sonstige Parasiten...

    Dennoch tritt das Jucken weiterhin sporadisch auf, somit stehe ich vor einem noch größeren Rätsel.


    Evtl. hat ja noch jemand Erfahrungen oder guten Rat.


    Danke im Voraus,


    Tim Müller-Holthaus

  • Moinsen, das ist ja schonmal gut!

    Ich habe in meinen 450 l Aqua 5 große Seemandelbaumblätter, wieviel Rinde hast du eingebracht? Frische Weidenzweige enthalten Salicylsäure,könntest auch probieren.

    Liebe Grüße aus dem Norden,
    Maggi ;--)

  • Hallo

    Nach dem was Du schreibst und nach dem Abstrich kann man ja einen Befall mit Parasiten oder ähnliches ausschließen. Auf dem Bild sieht das Weibchen gesund aus.

    Evtl. liegt die Ursache in einer ganz anderen Richtung, vielleicht eine Art "Verhalten" ohne das das Tier krank ist.

    Ist aber reine Mutmaßung im Moment.

    Viele Grüße

    Jörg

  • Hab das nach Gebrauchsanweisung gemacht, ca. 5-6 Stücke auf 250l.

    Die Packung soll angeblich für 1000l reichen.... wer es glaubt ^^

    Die Packung hat vor Überdosierung gewarnt aber ich gehe davon aus das es wohl bei jedweden Westafrikanern schwierig wird mit einer zu hohen Huminkonzentration.


    Das mit der Weide wusste ich nicht, würde es aber mal probieren! Muss es Weidenholz oder Laub sein und sollte es trockenes Holz sein? ,

  • Ja Parasiten schließe ich auch mittlerweile aus, es ist einfach unerklärlich.

    Selbst die Biologin war über die beiden am schwärmen da sie wirklich in bester Verfassung sind und eine perfekte Ausfärbung haben!

    Wasser ist von den Werten her gut pH bei 6,5-6,8.

    Die Fische sind auch dauerhaft am balzen, die Ernährung ist abwechslungsreich und der Appetit ist auch gut.


    Ich stehe wirklich vor einem Rätsel.

    Habe schon überlegt ob es so eine P. taeniatus typische Geschichte ist im Bezug auf Mineralien etc. da die Fische ja auch teilweise in Brackwasser vorzufinden sind.

    Jedoch wundere ich mich dabei über das plötzliche Auftreten nach Monaten der Haltung.

  • Ja das wäre auch eine Ursache die denkbar wäre und es muss nicht immer sofort sein das die Tiere darauf in irgendeiner Form reagieren. Trotzdem finde ich es auch etwas ungewöhnlich was den Zeitraum angeht.

    Das Problem ist ja auch, das die Fische (das Weibchen) außer dem Juckreiz erst mal ein ganz normales Verhalten zeigen, sogar balzen und gut fressen. So soll es ja eigentlich sein, macht das finden einer Ursache damit aber auch nicht leichter.

    Viele Grüße

    Jörg

  • Ein Dank an alle die kommentiert haben und sich Gedanken zu meinem Anliegen gemacht haben.

    Die Probleme werden leider nicht besser.

    Die Tiere fressen nicht!

    Trotz Behandlung mit Praziquantel und Nematol wirken die Bäuche eingefallen.


    Mein Tetraodon schoutedeni atmet sehr schnell, nach einem Wasserwechsel legte sich das bisher immer, trat dann aber wieder nach einem Tag stark auf.


    Die Medikamente müssten schon längst raus sein, ich habe alleine in der letzten Woche 15 oder mehr große Wasserwechsel gemacht 70% und mehr teilweise mehrmals täglich.


    Gestern habe ich beim Wasserwechsel den Filter entleert, also das braune Wasser ausgekippt und frisches aufgegossen.

    Nur der oberste Schwamm wurde manuell gereinigt.

    Ich bin ratlos da wie schon erwähnt, der Abstrich und die grundsätzliche Zusammenarbeit mit einer Biologin bisher keinen Aufschluss für sie und mich ergab.


    Die Probleme tauchten auf als ich eine Nuphar lutea ins Becken setzte. Diese beinhaltet Gifte die Blutdruck senken und erhöhen, jedoch wird die Pflanze in keiner Literatur als für Aquarien ungeeignet beschrieben.

    Auch sollten durch die Pflanze eingeschleppte Parasiten durch Praziquantel bekämpft worden sein.

    Auch ein Pärchen Benitochromis nigrodorsalis zog wieder ein welche sicher erkennbar Fräskopfwürmer und Schuppenwürmer hatten. Diese wurden soweit auch erfolgreich behandelt.


    Nur die Cichliden fressen nicht.

    Der Kugelfisch frisst aber atmet ständig schnell. (Oxidator sowie eine Strömungspumpe sind im Aquarium.)





    Ich bin absolut verzweifelt.

    Einmal editiert, zuletzt von TimM-H ()

  • Hallo Tim,


    Ich hatte mal ein ähnliches Problem. Die Fische in einem Becken haben sich gescheuert. Erst einer, dann immer öfter auch mal andere. Nach dem Wasserwechsel war meist für einen Tag Ruhe. Ansonsten ging es den Fischen scheinbar gut. Sie standen gut in Farbe und haben sich vermehrt. Ich habe auch einiges ausprobiert. Unter anderem entwurmt und auf Flagellaten behandelt, da ich damit in einem anderen Becken ein Problem hatte. Alles erfolglos.


    Dann musste ich ein Regal mit mehreren Becken umstellen und habe schlecht geplant und etwas getan, was man auf keinen Fall machen sollte. Kurze Rede langer Sinn, ich habe gesunde Fische in das Becken gesetzt. Diese haben sich quasi sofort gescheuert!

    Von daher musste es am Wasser liegen.

    Nach einigem Überlegen habe ich das komplette Filtermaterial deutlich länger und gründlicher als sonst ausgewaschen (bei eingefahrenem Bodengrund eher kleines Risiko).

    Und seit dem ist das Scheuern komplett weg.

    Auch die nur für ein paar Stunden zu Gast gewesen Fische sind gesund.


    Ich kann mir das nur erklären, dass ich den Filter der letzten Reinigungsrunde vergessen habe und irgendwas im Filter nicht so lief, wie es sollte. Evt ist wieder Nitrat entstanden, oder irgendwas anderes.


    Vielleicht hilft dir das ja weiter.

  • Vielen Dank Malte!


    Ja grundsätzlich hilft die Antwort sehr, bei den Benitochromis könnte ich mir die Fressunlust Evtl durch die Folgeschäden der Parasitose erklären. Die Tiere waren dem Parasiten wohl ganze drei Monate ausgeliefert. Evtl folge der Fräskopfwürmer.


    Um der Abmagerung entgegenzuwirken habe ich letze Woche viel gefüttert, evtl war das auch problematisch?


    Also, was mich stutzig macht ist der Kugelfisch und die Lethargie in Kombination mit der schnellen Atmung.

    Theoretisch liegen Kugelfische nach dem sie sich überfressen haben manchmal einige Zeit am Boden um ihre Überdosis zu verdauen.

    Die schnelle Atmung hört nach einem Wasserwechsel und durch das höher hängen der Strömungspumpe (damit sie etwas Luft zieht) auf und verbessert sich.

    Die Benitochromis haben mit dem Sauerstoff soweit weniger bis keine Probleme.

    Der Kugelfisch kommt sobald eine Mückenlarve in Sichtweite ist in Fahrt und schnappt sie schnell wie gewohnt. Auch schwimmt er heute mehr als an den Vortagen, jedoch nur in Sequenzen. 



    Heute wirkten die Tiere ein wenig agiler als vergleichsweise Freitag.

    Hauptproblem sind zugegeben die Benitochromis die nichts fressen obwohl sie es besser sollten in Anbetracht der Bauchwölbung.


    Umfassende Reinigung des Filters wäre mein nächster Schritt.