Steckbrief Amatitlania altoflava

  • Der 2001 durch Robert Allgayer beschriebene Amatitlania altoflava ist einer der kleinsten Cichliden Mittelamerikas.



    Name: Amatitlania altoflavo


    Deutsche Bezeichnung:


    Erstbeschreiber: Robert Allgayer, 2001


    Synonyme / Pseudonyme: Archocentrus altoflavus, Cryptoheros altoflavus, Archocentrus sp. "Kana"


    Familie: Buntbarsche, Cichlidae


    Herkunft: Mittelamerika


    Vorkommen: Pananma, Rio Caña, Rio Canaveral


    Größe Männchen : 10 cm


    Größe Weibchen : 8 cm


    Wasserwerte: pH 7 - 7,5; Härte dH 3° - 15°; Temperatur 23° -26° Celsius


    Ernährung : omnivore


    Beschreibung:


    Der erst im Jahr 2001 durch Allgayer beschriebene Buntbarsch ist ein Reisemitbringsel aus dem Jahr 1995 durch Jean-Claude Nourissat aus dem Rio Caña auf der Atlantikseite Panamas. Als er noch nicht beschrieben war gab man ihm deshalb zunächst den Namen " Cichlasoma" sp.Rio Caña. Robert Allgayer beschrieb im Jahr 2001 ihn dann als Cryptoheros altoflavus indem er auch gleichzeitig um ihn herum eine neue Gattung, nämlich die Cryptoheros aufstellte. Die Findungsorte sind der Rio Caña und der Rio Canaveral, in der Provinz Bocas del Toro in Panama, dem Atlantik zugewandt. Doch was wollte uns Robert Allgayer mit der Artbenennung dieses zweifellos mittelamerikanischen Zwergbuntbarsches, welcher maximal 10 cm ( Männchen ) und rund 2 cm weniger bei Weibchen, sagen.

    Das Wort altoflavus besteht aus 2 zusammengefügten lateinischen Worten; erstens aus alto was hoch bedeutet und aus flavus was gelb bedeutet. Soll dies ein Hinweis auf seinen schon im Jahr 1994 beschriebenen Amatitlania nanolutea sein. So soll der Amatitlania altoflava hochrückiger und farblich noch gelblicher sein. Könnte sein, nur mir fällt es schwer bei diesen beiden Arten große Unterschiede festzustellen. Nun mir fällt nur ein Unterschied ein und dieser ist nur in der Brutzeit ersichtlich; hier haben die Altoflavas schwarze Kappen / Masken überhalb der Augen. Doch ob solche marginalen Unterschiede zwischen diesen beiden Arten, die gibt es auch bei den Amatitlania nigrofasciatas, es zulassen hier von zwei eigenständigen (validen) Arten zu sprechen müssen wir abwarten. Es kann sich genau so gut um eine geographische Variante des dann Amatitlania nanoluteas handeln. Dies ist jedoch müssig, im Moment ist es ein gültige Art. Und ja in den letzten 18 Jahren seit der Beschreibung doch in die eine oder andere Gattung verschlagen... Kullander verschob ihn zur Archocentrus - Gattung und im Jahr 2007 wurde er der Amatitlania - Gattung durch Schmitter - Soto zugeschlagen, welche ebenfalls im Jahr 2007 gegründet wurde.

    Nun die Etimologie zum Gattungsnamen nun ja .... wird wohl dem Amatitlania See gewidmet sein, denn hier ist auch der Typus - Fisch dieser Gattung beheimatet.... aber eben nur dieser. In der einheimischen Sprache ( Nahuatl ) bedeutet "Amatitlán" eigentlich einen Ort des Überflusses, dies nur so nebenbei. Nun jedenfalls ist der Amatitlania altoflava nur in Panama endemisch genauso wie der Amatitlania nanolutea. Das von ihm beheimatete Gebiet ist das Rio Cañaveral-Becken, welches schwer zu erreichen ist und aus überwigend schnellfließenden Flüssen besteht. Von daher hat sich der Altoflava auch an seine Umgebung gewöhnt. Die Wasserparameter sehen wie folgt aus pH 7 - 7,5, Härtegrad weich - mittelhart ( dH 3° - 15°) und Temperatur 23° - 29° Celsius. Und genau so sollte ein Aquarium strukturiert sein .... Sand / Kies - Gemisch als Bodengrund, durchsetzt mit größeren und kleineren Steinen und der einen oder anderen Steinplatte. Diese sollten so angebracht werden, dass Höhlen entstehen... ja auch sie sind Höhlenbrüter. Auch Gehölz kann mit eingebracht werden um Rückzugsräume zu bilden. Das Aquarium sollte eine Kantenlänge von 80 - 100 cm Kantenlänge bei Pärchen - Haltung aufweisen. Bei einer Gruppe sollte das Aquarium entsprechend größer gewählt werden. Sie sind aus ihrem Habitat sauerstoffreiches und unbelastetes Wasser gewöhnt. Von daher muss der regelmäßige Wasserwechsel eigentlich nicht erwähnt werden und wenn dann auch noch etwas Strömung und eine sehr gute Filterung vorhanden ist.... passt dies dann.

    Dann dürfte es auch mit Nachzuchten nicht mehr lange dauern. Sie legen in ihren Höhlen bis zu 200 Eier ab. Ihre Brut - Höhle wird von diesen kleinen tapferen Cichliden heroisch verteidigt. Nach ca. drei Tagen schlüpfen die Larven und nach weiteren sieben Tagen schwimmen die Jungfische dann frei. Dies ist ein gewichtiger Teil ihrer Verhaltensentwicklung, dazu gesellt sich auch das eminent wichtige Auswahlkriterium. Von daher sollten wir die Eltern nicht von ihrer Brut trennen. Dies gilt bei Fachleuten als Todsünde, also von daher niemals das Gelege von den Eltern entfernen. Zur Vergesellschaftung, nun dieser kleine wackere Buntbarsch läßt sich gut mit anderen Buntbarschen, welcher seiner Größe entsprechen und ebenfalls friedlicher Natur sind vergesellschaften. Da fällt mir gerade eine Art ein, welche ebenfalls aus Panama kommt und von der Größe her passt.... doch dazu später. Panama bietet aber auch wunderschöne herrliche lebendgebärende dazu passende Zahnkarpfen. Auf Welse hingegen würde ich verzichten, da dieser Zwergbuntbarsch schon ein sehr tapferer Geselle ist, doch gegen Welse hat er keine Chance. Diese würden seine Gelege immer wieder ruinieren.


    Er ist ebenfalls ein Allesfresser ( omnivore), welcher sich in seinem natürlichen Habitat überwiegend aus Algen, Detritus, kleine Krebstieren und Wirbellosen ernähren. Und so können wir ihn auch mit Mückenlarven, Artemia, kleinerem Granulat und Flockenfutter ernähren. Auch sollte um sein Wohlbefinden zu Steigern pflanzliche Nahrung in Form von Gemüse beigegeben werden. Eben abwechselungsreiche, eiweißarme Kost.... dies könnte ansonsten unter Umständen zu Darmentzündungen führen.


    Nun wenn der Amatitlania nanolutea schon als " Juwel von Panama " genannt wird, so ist der Altoflava dies mit Sicherheit auch. Es liegt bei dieser Art auch nahe, dass der überwiegende Teil der europäischen Populationen aus Altoflavas bestehen, während die Populationen in Nordamerika aus. Aber wie man sieht, gibt es auch kleinere Arten der Mittelamerikaner, welche sich auch sehr gut in ein kleineres Gesellschaftsbecken einfügen und aufgrund ihres Charakters hochinteressant sind.


    Bild von Amatitlania altoflava

    Viele Grüße


    Roland



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