Die kleineren mittelamerikanischen Cichliden - Arten

  • Hallo Roland

    nur Regenbogen erschließt sich mir nicht.

    Ja da gibt es einige Arten auf die die Bezeichnung Regenbogen sicher besser zutreffen würde. Aber die Art ist unter der Bezeichnung überall bekannt und Regenbogen - Cichlide ist im Sprachgebrauch fest etabliert.

    Viele Grüße

    Jörg

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  • Hey


    Ich habe die kleinen Schönheiten eigentlich immer als Allerweltscichliden angesehen... Zu Unrecht.

    Die sind traumhaft schön, sehr interessant und total aufopferungsvolle Eltern.

    Würde ich heute jederzeit wieder nehmen und sie auch als einen guten Einstieg in die Mittelamerikanische Cichlidenwelt empfehlen.

    Mit nordischem Gruß, Jimmy


    Was man nicht töten kann macht man sich besser nicht zum Feind

  • Hallo Jörg,

    Aber die Art ist unter der Bezeichnung überall bekannt und Regenbogen - Cichlide ist im Sprachgebrauch fest etabliert.

    klar ist dies der Fall. Du kennst mich doch schon eine Weile …… wollte nur meinen persönlichen Senf dazu geben.

    Viele Grüße


    Roland



    Reden ist Silber und Schweigen ist Gold.

  • Etymologie und Ichthyologie

    Hallo zusammen,


    nun hier haben wir einen Klassiker der Aquaristik, nur wusste dies der deutsche Zoologe und Ichthyologe Albert Günther eben nicht, als er ihn schon im Jahr 1867 damals noch üblich als Heros multispinosus beschrieb. Schon im Jahr 1904 hätte er schon durch den französischen Zoologen und Ichthyologen Jacques Pellegrin die richtige Gattung gefunden, nämlich in der neu eingeführten Gattung Herotilapia. Die Bedeutung Herotilapia durch Pellegrin 1904 ist eine Kombination von Heros ( Held ) und Tilapia (damals eine allgegenwärtige afrikanische Gattung) während multispinosa durch Günther gewählt aus dem lateinischen multi für viel und spinosus für stachelig somit ein vielstachelig bedeutet. Hier wird vermutet, dass Günther Bezug auf die Afterstacheln dieses Cichliden hinwies. Kurzfristig machte er noch einen Schlenker zur Archocentrus - Gattung, dies wurde aber sehr früh revidiert und nun ist er die einzige valide Art innerhalb der Herotilapia - Gattung.


    Sein Findungsort war der Lake Managua in Nicaragua.

    Aber selbst dieser Klassiker an Cichlide stellt mich vor Rätsel. Angegeben wird in den allermeisten Beschreibungen seine Größe als 10 cm maximal 12 cm und die Weibchen 3 - 4 cm kleiner, nun für ihr Habitat mag dies zutreffen. Nun in Aquarien werden die Männchen schon um die 17 - 18 cm und die Weibchen bleiben auch hier nur 3 - 4 cm kleiner und sie sind damit keine Zwergbuntbarsche. Ich selbst hatte ein Männchen, welcher ebenfalls 14 cm hatte, bevor ich ihn abgab.


    Linkbild

    Viele Grüße


    Roland



    Reden ist Silber und Schweigen ist Gold.

    Einmal editiert, zuletzt von DelUser#1043 ()

  • Noch ein paar Infos

    Nun der Herotilapia multispinosa gehört auch zu den wahren Überlebenskünstlern. Er lebt in Flüssen, Seen und Sümpfen mit zum Teil schlammigen Böden und hier übersteht er extrem hohe Temperaturen, welche weit über 30° Celsius hinausgehen. Er ist es gewohnt in Restwasser - Tümpeln während der Trockenzeit zu überleben. Wie gesagt er ist weit verbreitet und sein Habitat erstreckt sich auch drei mittelamerikanische Staaten nämlich Nicaragua ( Lake Managua ), Honduras ( Patucabäckenet, Rio Choluteca, Rio Negro ) und Costa Rica ( Rio Matina, Rio Choluteca, Rio Negro ). Ihr natürlicher Lebensraum spiegelt eigentlich alle Arten von Gewässern wider von langsam fließend über stehende Gewässer bis hin zu tosenden, stürmischen Gewässern und genau so sieht es natürlich auch mit den dazu gehörigen Böden aus von schlammig über felsig von tiefen Sedimenten aus verwesenden Pflanzenteilen bis zu sauberen Tonböden. Auch in diesen Gewässern ist er zu finden Laguna de Apoyeque,Laguna de Xiloá, Rio Bebedero, Rio Frio, Rio Guasaule, Río Patuca und Rio Tempisque. So nimmt es auch nicht Wunder, dass sie Temperaturen von 21 ° - 36 ° Celsius aushalten.


    Die Ernährung dieses Cichliden gestaltet sich ebenfalls sehr leicht, aufgrund der besonderen Zahnart und der langen Darm-Kanäle wurde zunächst angenommen , dass diese Cichliden -Art hauptsächlich Pflanzenfresser sind. Doch auch hier wurde eine Mageninhalts - Analyse durchgeführt und gefunden wurden Algen, Pflanzenteile, aber auch kleine Fische, Schnecken und Insekten. Somit ist er ebenfalls ein Cichlide,, welcher omnivor ( Allesfresser ) ernährt werden kann. Es sollte eine Mischung sein, welche einen höheren pflanzlichen Anteil hat.


    Die Struktur eines Aquariums ist ebenfalls relativ leicht zu gestalten.

    Die Herotilapia multispinosa sind eine sehr friedliche Buntbarsch - Art welche in einem relativ kleinen Aquarium gehalten werden können, solange saubere Wasser

    und reichlich Versteckmöglichkeiten angeboten werden, der Bodengrund sollte aus feinem Kies oder Sand bestehen, durchsetzt mit kleinen und größeren Steinen und etwas Gehölz als Versteckmöglichkeit ebenso sollten sich Blätter im Aquarium befinden. Dies fördert das Wohlbefinden dieses Cichliden. Auch Pflanzen, eben Barschfeste können Verwendung finden.

    Wenn dies alles so vorzufinden ist, wird auch emsig gegraben, ja auch sie sind Offenbrüter .... und mit der Nachzucht ist es nicht mehr weit hin.


    Nun ich gehe davon aus, dass hier doch noch die eine oder andere Info einfließt.

    Viele Grüße


    Roland



    Reden ist Silber und Schweigen ist Gold.

  • Etymologie und etwas Ichthyologie

    Hallo zusammen,


    nun der Neetroplus nematopus, welcher im Jahr 1867 durch den deutschen Zoologen Albert Günther beschrieben wurde und welchem gleichzeitig auch gleich eine

    neue Gattung zugeordnet wurde, wird umgangssprachlich als Neets bezeichnet oder auch, da sein Aussehen doch sehr stark an die Tropheus - Gattung aus dem Tanganjika - See erinnert. So kommt es auch, dass man ihn als Arme Leute - Tropheus nennt. Doch was veranlasste Günther ihm diesen Namen zu geben ..... der Artnamensgebung Neetroplus bedeutet, dass er im Jahr 1867 nicht als engverwandt Ne griechisch ( Nein ) mit der Cichliden - Gattung Etroplus angesehen wurde. Während die Art - Wortwahl nematopus aus dem griechischen nemato für Faden und aus dem griechischen pus für Fuß kommt.Dies bezieht sich auf die langen Beckenflossen.

    Wie gesagt wurden Art und Gattung 1867 durch A. Günther beschrieben. Im Jahr 2007 wurde die Art der Gattung Hypsophrys zugeordnet und Neetroplus mit Hypsophrys synonymisiert. Im April 2016 wurde die Gattung Neetroplus durch Rican wieder revalidiert, obwohl unstrittig ist das Hypsophrys nicaraguensis und Neetroplus nematopus Schwesterarten sind. Die beiden Arten unterscheiden sich jedoch deutlich in ihrer Schädel- und Zahnmorphologie und in ihrer Ernährungsweise. Somit stehen auch die Synonyme dieser Art fest, es sind dies Hypsophrys nematopus, Neetroplus fluviatilis, Meek 1912 und Neetroplus nicaraguensis, Gill, 1877 ( Nicht zu verwechseln mit Heros nicaraguensis ebenfalls von Günther schon im Jahr 1864 )

    Viele Grüße


    Roland



    Reden ist Silber und Schweigen ist Gold.