Chortiheros wesseli

  • Hallo zusammen,


    nun da wir hier kürzlich über einen von Robert Rush Miller beschriebenen Cichliden diskutierten, dachte ich mir so ….. er hat doch noch einen zweiten eher unbekannten Cichliden, Chortiheros wesseli, auch beschrieben.

    Dies ist auch ein sehr interessanter und wenig gehaltener Cichlide.


    Was haltet ihr davon ?

    Viele Grüße


    Roland



    Reden ist Silber und Schweigen ist Gold.

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  • Etymologie


    Der 1996 durch Dr.Robert ( Bob ) Miller, zunächst als Theraps wesseli beschriebene Cichlide wurde als Anerkennung Rusty Wessel, eigentlich jedem bekannt, gewidmet. Dieser hatte Bob Miller diesen Buntbarsch schon 1991 bei einer seiner unzähligen Cichliden - Fahrten aus Honduras mitgebracht.


    Im Jahre 2009 wurde der Chortiheros wesseli dann, da es weder ein Theraps noch ein Chuco sein konnte, zum " Sammelsurium " " Cichlasoma " versetzt, danach wieder zurück, bis ins Jahr 2016 als Rican und seine Kollegen ihm einen neuen Gattungsnamen zustanden, nämlich Chortiheros .

    Und das ist gut so.


    Und dieser Gattungsname ist wiederum zweigeteilt aus Chorti ( einem indianischen Ch´orti` gleichbedeutet einem Maya-Volk aus dem Gebiet, woher dieser Cichlide stammt und wiederum dem griechischen Heros ( Helden ).



    Nachtrag

    Es gibt wenig gute Bilder


    hier einmal ein gutes Linkbild

    Viele Grüße


    Roland



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  • Hi Malte,

    Aber ich habe partout keinen Platz :dash .

    da kann ich Dir nachfühlen.

    Und ja die IAG ist schon gut, klar das ihn der Christian auch hatte. Muss ich mal nachfragen.

    Kleinen Fehler gefunden nicht 1904 durch Regan sondern 1996 durch Miller. Muss ich den Inka-Stein - Cichliden ( Christian ) mal aufmerksam machen.

    Viele Grüße


    Roland



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  • Ihr natürliches Habitat und die Überlegungen zur Haltung


    Hallo zusammen,

    ich versuche dieses Mal eine andere Herangehensweise.

    Der Findungsort des Wesseli war im Jahr 1991 der Rio Belaire in Honduras. Dies Gewässer hat einen pH-Wert von 7 und der Härtewert liegt bei weich, jahreszeitlich schwankt die Wassertemperatur zwischen unter 20° Celsius und 27° Celsius. Dies gilt auch für die weiteren natürlichen Stellen an welchen diese Cichliden vorkommen. So wurden sie auch im Rio Juhapa und im Rio Hauron gesichtet und teilweise gefangen. Der Bodengrund besteht im wesentlichen aus Geröll großer und kleiner Steine. Dies ist der Zufluchtsort dieser tollen Art und das oftmals in Stromschnellen. Alle drei Gewässer sind schnellfliesende Gebirgsflüsse, welche durch den Cordilliera Nombre de Dios ihr nahezu unbelastete Wasser erhalten. Und genau deshalb werden diese Gewässer hochgefährlich während der Regenzeit, dann werden sie zu reißenden Strömen.

    Die Wesseli denke ich, brauchen bei der Aquarium - Haltung also ein Becken, welches sich ihrem Habitat anpasst. Ein Sand - Geröll ( große und kleine Steine ) und einer Strömungspumpe. Und öfters einen großzügigen Wasserwechsel mit jahreszeitlichen Temperaturabsenkungen.


    Oder wie seht ihr dies ?

    Viele Grüße


    Roland



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  • Hallo Roland,


    Leichte übers Jahr verteilte Temperaturschwankungen tun ja vielen Fischen aus Fließgewässern gut. Da macht es natürlich Sinn, dass bei Fischen, bei denen solche Schwankungen überliefert sind, auch im Aquarium nachzustellen.


    Ob eine Strömungspumpe nötig ist, weiß ich nicht. Bei manchen Fischen reicht genug Sauerstoff aus. Bei anderen sieht man schon an der Schwimmweise, dass sie gerne in der Strömung stehen. So habe ich bei z.b. Tomocichla tuba immer den Eindruck, dass die zu viel Kraft für unbewegtes Wasser haben. C. grammodes hingegen kommt auch ohne große Strömung klar, solange eben genug Sauerstoff vorhanden ist.

    Aber ich habe C. wesseli nie in Bewegung gesehen. Daher keine Ahnung.

  • Hallo Malte,


    mir scheint es, dass die Chortiheros wesseli vor schierer Kraft platzen. Sie suchen sich ausgerechnet in schon schnellfließenden Gewässern dann auch noch Stromschnellen aus und stehen hier, eigentlich immer das Weibchen über dem Gelege und bewacht dieses mit allem Mut, welchem ihr verliehen ist und das ist mächtig viel. Ich kenne da noch eine Art, die Chuco microphthalmus verhalten sich ähnlich und stehen regelrecht in der Strömung und auch ihnen gefällt dies außerordentlich. Ein weiteres Merkmal ist, das die Eier der Wesseli ungewöhnlich groß sind, ich denke auch hier hat die Natur entsprechend eingegriffen, so sind diese womöglich auch gegen größere Strömungen gesichert. Das sind sehr flinke Fische, welche so denke ich schon eine Strömung brauchen ansonsten werden fast alle Becken zu klein werden.

    Viele Grüße


    Roland



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  • Hallo zusammen,


    nun allen Beschreibungen darf man nicht folgen.


    Hier mal Wikipedia



    nun 8 cm werden sie wohl schon nur sie werden letztendlich annähert 30 cm die Männchen und ca. 20 cm die Weibchen. Es sind definitiv keine Zwergbuntbarsche. Sie würden aus jedem ZBB - Aquarium in kürzester Zeit ein Arten - Becken machen und zwar ein Wesseli - Becken. Mit ihnen ist eine Vergesellschaftung eher ein Problem, dass sie ihr Revier / Territorium bis aufs " Messer" verteidigen, vor allem ihre in Verstecken gehaltenen Nachzuchten.

    Eine Vergesellschaftung gelingt nur mit ebenfalls wehrhaften mittelgroßen bis großen Cichliden.

    Viele Grüße


    Roland



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  • Hallo zusammen,


    nun was haben wir inzwischen ?


    • den Namen : Chortiheros wesseli
    • den deutschen Namen : Wessel Buntbarsch
    • den Beschreiber : Robert Rush Miller, 1996
    • Synonyme / Pseudonyme : Theraps wesseli, " Cichlasoma " wesseli
    • Familie: Buntbarsche, Cichlidae
    • Herkunft : Mittelamerika
    • Vorkommen : Honduras und hier im Rio Belaire , im Rio Juhapa, im Rio Hauron , im Río Papaloteca und im Rio Cangrejal
    • Größe Männchen : < 30 cm
    • Größe Weibchen : 20 cm
    • Wasserwerte : pH 7 - 8, GH weich, Temp. 20° - 27° Celsius
    • Fortpflanzung : Offenbrüter ( versteckt )

    Was fehlt ist die Ernährung.

    Was immer richtig ist wäre omnivor sprich ein Allesfresser. Trifft auf den Wesseli jedenfalls so gesehen auch zu, er frisst alles was in sein Maul passt.

    Nur wenn ich so seine Figur anschaue, hmm schlank sieht eher wie ein Jäger aus mit enormer Schwimmgeschwindigkeit und entsprechender Größe ...ob er nicht eher zu piscivor ( Fischfresser ) tendiert. Auch aufgrund seiner natürlichen Begebenheiten, in schnellfliesenden Gewässern hast Du fast keine andere Chance. Oder ?

    Viele Grüße


    Roland



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  • Hallo Roland,


    Das Maul sieht schon ein wenig nach Fischfresser aus. Aber bei weitem nicht so ein spezialisiertes und großes Maul wie bei dovii, grammodes oder P. splendida.

    Ähnliches sieht man auch bei Nicht-Cichliden, die in Stromschnellen lauern. Das Maul ist meist groß mit großen Zähnen oder die Tiere können es weit vorstülpen. Beides dient dazu, die Beute oder ein Teil von ihr beim ersten und wegen der Strömung einzigen Versuch zu erwischen.


    Von daher glaube ich beim wesseli eher an einen omnivoren, der auch kleinere Fische erbeutet, aber nicht vollständig darauf angewiesen ist. Da dürften auch jede Menge Garnelen, Krebse, Insekten evt auch Schnecken mit auf dem Speiseplan stehen.

    Grade in den Stromschnellen muss man entweder hochspezialisiert sein, egal ob als Räuber oder Aufwuchsfresser, oder nehmen was grade da ist.


    Bei ausgewachsenen Männchen mag das auch anders aussehen, wenn genug Fische in Beutegröße über das ganze Jahr vorhanden sein sollten.



    Den Mist mit dem ungeprüften Abschreiben gibt es leider immer noch zur genüge...

  • Hallo Malte,

    Von daher glaube ich beim wesseli eher an einen omnivoren, der auch kleinere Fische erbeutet, aber vollständig darauf angewiesen

    bin mit Dir einer Meinung. ;wk)War nur so eine Idee.

    Also omnivore. Passt auf jeden Fall, jedenfalls so lange bis wieder Mageninhalte untersucht werden.

    Viele Grüße


    Roland



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  • Hallo Roland,


    Ich würde auch die letzte Studie zu den Mageninhalten nicht zu stark bewerten. Solange die Zeiträume, in denen die Proben genommen wurden, nicht bekannt und auch vergleichbar sind, geben sie nur Momentaufnahmen wieder.

    Nichts desto trotz bietet sie natürlich gute Anhaltspunkte.

  • Hallo Malte,


    stimmt. :thumbup:

    Nur ich persönlich halte mich lieber an Studien, auch wenn ich nicht weis, wie die Resultate letztendlich eruiert wurden.

    Viele Grüße


    Roland



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  • Hi Malte,

    Von daher glaube ich beim wesseli eher an einen omnivoren, der auch kleinere Fische erbeutet, aber nicht vollständig darauf angewiesen ist. Da dürften auch jede Menge Garnelen, Krebse, Insekten evt auch Schnecken mit auf dem Speiseplan stehen.

    nun Du hast es auf den Punkt gebracht. ;wk)Wenn ich Dich nicht hätte, klar ist bei den Talamancaheros doch genau so.... schnellfließende Gewässer …… Aufwuchs - und Algenfresser. Ist der Hauptbestandteil und aus der Not heraus eben alles andere, was ins Maul passt.

    Viele Grüße


    Roland



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  • Chortiheros wesseli wurde erst 1996 durch Dr. Robert Rush Miller beschrieben und ist der einzige Cichlide innerhalb der im Jahr 2016 durch die Ichthyologen Rican und Kollegen neu aufgestellten Gattung Chortiheros.

    Name: Chortiheros wesseli


    deutscher Name: Wessel´s Buntbarsch


    Beschreiber: Robert Rush Miller, 1996


    Synonyme / Pseudonyme: Theraps wesseli, " Cichlasoma " wesseli


    Familie: Buntbarsche, Cichlidae


    Herkunft: Mittelamerika


    Vorkommen: Honduras und hier im Rio Belaire , im Rio Juhapa, im Rio Hauron , im Río Papaloteca und im Rio Cangrejal


    Größe Männchen: < 30 cm


    Größe Weibchen: 20 cm


    Wasserwerte: pH 7 - 8, GH weich, Temp. 20° - 27° Celsius


    Fortpflanzung: Offenbrüter ( versteckt )


    Ernährung: Aufwuchs - und Algenfresser, aber omnivore geht auch.


    Beschreibung:

    Der 1996 durch Dr.Robert ( Bob ) Miller, zunächst als Theraps wesseli beschriebene Cichlide wurde als Anerkennung Rusty Wessel, eigentlich jedem bekannt, gewidmet. Dieser hatte Bob Miller diesen Buntbarsch schon 1991 bei einer seiner unzähligen Cichliden - Fahrten aus Honduras mitgebracht. Und dieser Gattungsname ist wiederum zweigeteilt aus Chorti ( einem indianischen Ch´orti` gleichbedeutet einem Maya-Volk aus dem Gebiet, woher dieser Cichlide stammt und wiederum dem griechischen Heros ( Helden ).

    So viel zur Etymologie

    Im Jahre 2009 wurde der Chortiheros wesseli dann, da es weder ein Theraps noch ein Chuco sein konnte, zum " Sammelsurium " " Cichlasoma " versetzt, danach wieder zurück, bis ins Jahr 2016 als Rican und seine Kollegen ihm einen neuen Gattungsnamen zustanden, nämlich Chortiheros .

    Und das ist gut so.

    Der Fundort von Chortiheros wesseli war im Jahr 1991 der Rio Belaire in Honduras. Dies Gewässer hat einen pH-Wert von 7 und der Härtewert liegt bei weich, jahreszeitlich schwankt die Wassertemperatur zwischen unter 20° Celsius und 27° Celsius. Dies gilt auch für die weiteren natürlichen Stellen an welchen diese Cichliden vorkommen. So wurden sie auch im Rio Juhapa und im Rio Hauron gesichtet und teilweise gefangen. Der Bodengrund besteht im wesentlichen aus Geröll großer und kleiner Steine. Dies ist der Zufluchtsort dieser tollen Art und das oftmals in Stromschnellen. Alle drei Gewässer sind schnellfliesende Gebirgsflüsse, welche durch den Cordilliera Nombre de Dios ihr nahezu unbelastete Wasser erhalten. Und genau deshalb werden diese Gewässer hochgefährlich während der Regenzeit, dann werden sie zu reißenden Strömen.


    Chortiheros wesseli denke ich, brauchen bei der Aquarium - Haltung also ein Becken, welches sich ihrem Habitat anpasst. Ein Sand - Geröll ( große und kleine Steine ) und einer Strömungspumpe. Und öfters einen großzügigen Wasserwechsel mit jahreszeitlichen Temperaturabsenkungen. Einfach einmal den Heizstab für eine gewisse Zeit abschalten. Die Zucht gelingt dann schon, die Chortiheros wesseli sind ebenfalls Offenbrüter, welche ihre Nachzuchten in Verstecken, deshalb auch das eine oder andere Gehölz, als Rückzugsgebiet, benutzen. Hier sind sie sehr territorial also sehr wehrhaft .

    In ihren natürlichen Habitaten sind sie Aufwuchs - und Algenfresser, aber auch anderes Futter wird dort dankbar angenommen. Von daher darf hier bei der Fütterung von omnivorer Ernährung ausgegangen werden. Es sollte eben darauf geachtet werden, dass pflanzliche Anteile gegeben sind.



    Bild 1 von Chortiheros wesseli und


    Bild 2 von Chortiheros wesseli

    Viele Grüße


    Roland



    Reden ist Silber und Schweigen ist Gold.