Etroplus maculatus

  • Hallo
    Angeregt durch einen alten Bericht in "VDA aktuell", wollte ich mal fragen, ob diese Art überhaupt noch von jemandem gepflegt wird.
    Ich habe Etroplus maculatus vor über 20 Jahren mal gepflegt.


    Es war damals einer meiner ersten Cichliden. Im Handel habe ich diese Art schon sehr lange nicht mehr wahrgenommen und bin fast der Meinung, das diese Art zumindest bei den Cichlidenpflegern keine Rolle mehr spielt. Aber vielleicht irre ich mich ja auch.

    Viele Grüße

    Jörg

  • Hallo Jörg,
    ist zwar schon ein paar Tage her Dein Beitrag, aber ich bin so ein Fan von Etroplus. Hatte meine ersten vor vielen Jahren und auch nachgezogen. Meine haben am Sonntagnachmittag endlich gelaicht und betreuen bis jetzt vorbildlich.
    Falls noch weitere Fragen offen sind, einfach stellen.


    Viele Grüße!
    Matthias

  • Hallo Jörg,


    na ja, erst mal abwarten... Nicht den Abend vor dem Morgen loben... Würd mich aber freuen, wenns wieder klappt.
    Nun ich habe diese Art vor Jahren sehr ergiebig gezüchtet (hab nur leider die Tiere damals alle abgegeben) und jetzt wieder. Zwischendurch hatte ich mal ein Pärchen, die auch an Nachzucht gedacht hatten, nur ich leider nicht, weil damals keine Gelegenheit war, die Jungfische aufzuziehen. Seit letztem Jahr habe ich endlich wieder 2 Pärchen. Nach endlosen Telefonaten und Rumsuchen in ganz Deutschland hatte es dann geklappt, als ich bei einer Messe in Deiner Heimatstadt (Oberhausen) war, konnte ich sie in der Nähe (ein paar Orte weiter) dort abholen. Damals waren es absolute Jungfische und für mich nur ein Weibchen exakt erkennbar, aber ich lag gut mit meinem Gefühl (als ich sie herausfing) und aus den 4 sind 2 Pärchen geworden. Hab also schon einiges an Erfahrungen sammeln können.
    Zu dem oft erwähnten Salzzusatz. Ich habe nie (weder Meersalz, noch Kochsalz, noch reines Natriumchlorid) einen Salzzusatz benutzt, außer für [lexicon='Artemia'][/lexicon]'s ;)
    Ich denke dabei handelt es sich um eine oft wiederholte Phrase in der Literatur, die jeder dann vom anderen abschreibt. Genauso wird oft geschrieben, daß er in bezug auf Wasserwechsel empfindlich sei- war bei mir nie problematisch, auch nicht bei Wechsel von 50% und mehr (aber ich hantiere auch so gut wie überhaupt nicht mit weiterer Chemie im Wasser). In der Natur kommt er auch in reinem Süßwasser vor, daß sogar manchmal leicht weich sein kann. Nur Etroplus suratensis bewegt sich bis ins Brackwasser und Mangroven vor. Aber der ist bei artgerechter Haltung sowieso kein Thema für Normalaquarianer, denn bei über 40cm sollte man schon Becken von weit über 2-3 Meter Länge haben. Ist ja auch in seiner Heimat ein beliebter Speisefisch.
    Zurück zu E. maculatus. Ich habe CA. 13-14 dGH ganz normales Leitungswasser ohne Zusätze (jetzt hab ich ab und zu mal ein Seemandelbaumblatt drin, weil ich sie für andere Zwecke auch sowieso da hatte, geht aber auch ohne)und sie fühlen sich sauwohl. Wenn man einmal ein brutpflegendes Pärchen in ihrer genialen Tracht im Jungfischschwarm sieht, kommt man von diesem Fisch nicht mehr los.
    Im Brutkleid sehen sie tiefgelb bis gelborange mit extremen schwarzen Kontrasten und kleinsten roten Punkten auf dem ganzen Körper. Besonders beim Weibchen treten die Kontraste deutlich durch lackschwarz gefärbte Bauchflossen und einen ebensolchen breiten Saum der Afterflosse. Mit diesen lackschwarz gefärbte Bauchflossen geben sie auch den Jungfischen verschiedenste Signale (auf den Boden legen, den Schwarm zu verengen etc.). Einfach Super-Tiere(die natürliche Wild-Form). Die xanthoristische Farbform (sogenannte Gold-Etroplus) von ihm ist einfach abartig hässlich, sämtliche dieser Merkmale und Farben fehlen dehnen, sehen einfach aus wie kleine Schweinchen. Warum muß man der Natur ins Handwerk pfuschen, was sie in Millionen von Jahren viel besser erschaffen hat?!
    In der Regel pflegen sie vorbildlich, hatte nur einmal ein Pärchen, wo das Weibchen nach 2 Tagen vom Männchen (aber er hat gepflegt) verscheucht wurde und erst bei einer der nächsten Bruten haben sie dann gemeinsam betreut. Wahrscheinlich war es das erste Gelege damals und sie lernen auch dazu in ihrem Verhalten.
    Er ist auch anders als andere oft wühlende und pflanzenverbeissende Buntbarsche, er buddelt nur zur Laichzeit für seine Brut wenige flache Mulden aus, ohne jemals Pflanzen in Mitleidenschaft zu ziehen. Mein Becken wuchert ständig zu und ich muß immer selbst Hand an legen :) Es sind so dankbare Pfleglinge!
    Nahrungstechnisch ist er auch nicht extrem anspruchsvoll. Frißt fast alles (und sehr gierig), ab und zu sollte man pflanzliches Beifutter nicht fehlen lassen (denn sie fressen in der Natur oft Algen von Steinen), z.B. Söll Organix Veggie-Flakes oder Kelp-Flakes oder JBL Spirulina. Frostfutter (Mückenlarven, ) und natürlich Lebendfutter, wie Cyclops/Daphnien (haben in den letzten Wochen von mir öfters mal selbstgefangenes bekommen). Aber auch gutes Marken-Flockenfutter (also keine billigen No-Name-Varianten) und kleine Granulate verschmähen sie nicht. Auch könnte ich was zu der dritten (extrem seltenen) Art noch sagen, aber ich denk das reicht fürs erste.
    Stehe auch gern telefonisch bereit für weitere Nachfragen ;)


    Gute Nacht und bis bald!
    Viele Grüße!
    Matthias

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