Cribroheros Gattung

  • Gattung

    Hallo zusammen,


    nun wenn wir uns schon den Astatheros gewidmet hatten und die Cribroheros alles Astataheros waren versuchen wir uns eben an den Cribroheros. Die Ichthyologen Říčan & Piálek stellten

    im Jahr 2016 die neue mittelamerikanische Gattung Cribroheros auf.

    Zwischenzeitlich waren diese Arten aber noch bei der Amphilophus - Gattung vertreten. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von Panama bis ins südliche Mexiko.

    Auch bei der Gattungsnamenvergabe hat sich das Team Rican etwas gedacht : Cribrum oder das Sieb ist ein klarer Hinweis auf ihre Ernährungsweise, welche aus dem überwiegenden Anteil Detritus

    besteht.

    Zu dieser Gattung zählen folgende Arten :


    1. Cribroheros alfari (Meek 1907) 
    2. Cribroheros altifrons (Kner 1863)
    3. Cribroheros bussingi (Loiselle 1997)
    4. Cribroheros diquis (Bussing 1974)
    5. Cribroheros longimanus (Günther 1867)
    6. Cribroheros rhytisma (López S. 1983)
    7. Cribroheros robertsoni (Regan 1905)
    8. Cribroheros rostratus (Gill 1877)

    Viele Grüße


    Roland



    Reden ist Silber und Schweigen ist Gold.

  • Hallo Roland

    Die Arten dieser Gattung haben so weit ich das sehe alle ein eher spitzes Kopfprofil, was vielleicht auch mit der Art der Nahrungsaufnahme zu tun hat. Daneben sind es farblich sehr attraktive Cichliden und einige sind ja auch schon lange, wenn auch früher unter anderem Gattungsnamen bekannt.


    Mir gefallen hier Cribroheros alfari aber auch Cribroheros longimanus besonders gut.

    Viele Grüße

    Jörg

  • Hallo Jörg,

    so weit ich das sehe alle ein eher spitzes Kopfprofil, was vielleicht auch mit der Art der Nahrungsaufnahme zu tun hat

    ja hat es. Deshalb hat auch Rican sie Cribroheros benannt. Sie pflügen durch den Boden und nehmen Detritus auf. Schon mal ein Hinweis auf die Haltung .... als Bodengrund ist Sand zu benutzen. Ja sie sehen den Thorichthys sehr ähnlich ..... jedenfalls von der Kopfform ...... auch bei den Thorichthys ist die Ernährungsform ähnlich.

    Viele Grüße


    Roland



    Reden ist Silber und Schweigen ist Gold.

  • Kleiner Steckbrief


    Cribroheros alfari


    Nun gut, Cribroheros alfari, auch Pastellbuntbarsch genannt, wurde im Jahr 1907 durch Meek beschrieben und dies zu Ehren von Anastasio Alfaro einem Zoologen und Mitarbeiters des Nationalmuseums von Costa Rica. Und auf seiner geschichtlichen Wanderung bis heute hat er schon in die eine oder andere Gattung hineingeschnuppert, so unter anderem als Amphilophus alfari, Astatheros alfari, Herichthys alfari, Cichlasoma alfari, Cichlasoma bouchellei, Cichlasoma lethrinus oder als "Cichlasoma" alfari.

    Der Cribroheros alfari ist in sehr vielen mittelamerikanischen Gewässern beheimatet vom Rio Patuca in Honduras, über den Río Tempisque in Costa Rica und den Rio

    San Juan in Nicaragua. Er wird gegen 20 cm ( Männchen ) und das Weibchen einige cm kleiner. In seinem natürlichen Umfeld ist er folgenden Wasserparametern ausgesetzt :

    pH 6,5 - 7,5, dH 4 -10°, Temperatur 20° - 34° Celsius.

    Dieser sehr sanftmütige und friedliche Cichlide, welcher von der Ernährung her gesehen mit kleinen Wirbellosen, Früchte und Samen von Pflanzen, Algen, Detritus sprich eigentlich mit allem Futter zufrieden zu stellen ist. Am liebsten nimmt er seine Nahrung vom Boden auf und damit er sich nicht verletzt sollte hier ein Sandboden eingebracht werden. Er ist schon ein Pflegling, welche etwas beim Füttern zu beobachten ist da er zu Darmentzündungen neigt zudem ist bei ihm der wöchentliche Wasserwechsel Pflicht, denn Schadstoffe kann er nicht ertragen.

    Ansonsten ist er mit einem typischen Cichliden - Aquarium ( Steinen, Platten und Gehölz ) bei ihm schon viel gewonnen. Auch einer Vergesellschaftung mit anderen Cichliden steht nichts Wege, diese sollten wohl nur wehrhaft sein aber nicht zu ruppig.

    Das auch er ein typischer Offenbrüter ist muss nicht erläutert werden.



    Bild von Cribroheros alfari

    Viele Grüße


    Roland



    Reden ist Silber und Schweigen ist Gold.

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  • Cribroheros altifrons

    (Kner, 1863 ) oder

    (Kner & Steindachner, 1864)


    Nun Rudolf Kner hat im Jahr 1863 Cribroheros altifrons damals noch als Heros altifrons wohl in den Sitzungsberichte der Königlich Bayerischen Akademie der Wissenschaften zu München 1863 protokolliert, aber eben nicht veröffentlicht, dies geschah eben ein Jahr später in Zusammenarbeit mit Franz Steindachner. Dies wäre also wissenschaftlich korrekt. Außerdem ist dies alte Kollektion unwiderruflich zerstört.. sie verbrande in einer Bombennacht im II. Weltkrieg in München.

    Rudolf Kner hat mit seiner Namensgebung altifrons auf die Kopfstruktur hinweisen wollen, mit altus auf hoch und Frons auf Stirn, dies bezieht sich auf den Nacken, welcher stark zum Hinterkopf hin abfällt.

    Und natürlich gingen ganze Heerscharen über diesen wunderschönen Buntbarsch hinweg und hinterließen in allen möglichen Gattungen seine Spuren , diese gelten heute als Synonyme bzw. Pseudonyme so als Heros altifrons , Astronotus (Astronotus) altifrons ,Cichlosoma altifrons ,Astatheros altifrons , Cichlasoma altifrons ,Amphilophus altifrons , "Cichlasoma" altifrons.

    Dieser eigentlich kleinste Cribroheros, er wird maximal knapp 20 cm ( Männchen ) und einige cm weniger die Weibchen. Nun auch sein Vorkommen ist wieder sehr

    speziell, seine Findungsstellen liegen sowohl in Mittelamerika ( Costa Rica und Pananama ) auf der pazifischen Seite gelegen aber auch in Kolumbien. Hier findet

    man sie in der Natur hauptsächlich über weichem, schlammigen Untergrund, mit einer geringen Fließgeschwindigkeit. Folgende Gewässer sind zumal bekannt der Río Caracol, der Río Chiriquí Nuevo, der Río Coloradito, der Río Coto, der Rio Culebra( Panama ), der Río Estí (Kolumbien), der Río Grande de Térraba in Costa Rica und der Rio Platanal in Panama.

    Da diese Cichliden bodenorientiert sind und den Boden gerne den Bodengrund durchkauen, soll der Bodengrund aus einem feinen Sandboden bestehen, zusätzlich ein paar Wurzeln und größere Steine runden die Einrichtung ab ..... auch auf Pflanzen muss nicht verzichtet werden. Die Temperatur sollte zwischen 24° und 26° Celsius liegen. Die chemische Wasserzusammensetzung spielt eher untergeordnete Rolle. Kommt dieser Buntbarsch doch sowohl in Süd - als auch in Mittelamerika vor also von saurem bis alkalischen pH-Bereich. Die Härte liegt bei einer mittleren Härte.Es ist eher darauf zu achten, dass genügend Versteckmöglichkeiten vorhanden sind da es schon hin und wieder zu Streitigkeiten kommen kann.


    Es handelt sich bei den Cribroheros altifrons um Offenbrüter, bei dem beide Elternteile sich die Pflege der Brut teilen. Sie ernähren sich von Aufwuchs, wirbellosen Tieren und verschiedenen Formen von Wasserinsekten.


    Bild von Cribroheros altifrons

    Viele Grüße


    Roland



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  • Cribroheros bussingi

    Paul Loiselle 1997


    Der Cribroheros bussingi wurde erst im Jahr 1997 durch den französischen Ichthyologen Paul Loiselle, damals zeitgemäß als Amphilophus bussingi beschrieben. Und hier hat Paul Loiselle den richtigen Artnamen des Fisches benannt, nämlich den 1933 geborenen US-amerikanischen Ichthyologen und Professor Wiliam A. Bussing auch kurz Don William. Es gibt wahrscheinlich niemanden, welcher die Süßwasserfische Costa Ricas so gut kannte wie er. Und der Cribroheros bussingi ist ein Cichlide, welcher von der atlantischen Seite sowohl Costa Ricas wie Panamas stammt.

    Hier sind folgende Fundstellen angegeben; der Río Cocolis und der Río Sixaola. Die beschriebenen Fische stammten aus einer Fangreise des Jahres 1986. Auch der Cribroheros bussingi wird ca. 20 cm ( Männchen ) groß und das Weibchen etwas kleiner und ist eng mit dem Cribroheros alfari verwandt. Aufgrund der Tatsache, dass nur sehr wenige Fotos dieser Art verfügbar sind, ist es schwierig ihn so richtig farblich zu beschreiben zumal er extrem wenig gehalten wird. In Europa dürfte diese Art gar nicht mehr vorkommen, denn der Bussingi gelangte hier nach Europa erst einmal und das schon 1998 aus Panama.


    Das Verbreitungsgebiet vom Bussingi ist recht begrenzt und umfasst folgende Gewässer den Rio Sixaola, weiter östlich den Rio Changuinola, die Laguna de Chiriqui, den Rio Robalo und den Rio Guarumo. Diese Gewässer weisen folgende Parameter auf pH 6,5 - 8, dH mittlere Härte 3 - 20 und eine Wassertemperatur 22° - 30° Celsius.

    Da es hier wenig bis gar nichts zur Haltung und Pflege gibt, tut man sich am leichtesten sich an die Pflege des Cribroheros alfari zu halten. Das heißt beim Füttern ist er ein Allesfresser ( omnivor ), aber behutsam vorzugehen, da auch er zu Darmentzündungen neigt und darauf zu achten, dass das Wasser schadstofffrei ist.


    Also für mich wäre dies ein Buntbarsch fürs Artenbecken, aber ich denke wenn eine Vergesellschaftung dann mit wehrfähigen aber keinen "aggressiven" Tieren und entsprechender Beckengröße.


    Bild von Cribroheros bussingi


    Nachtrag :

    Auch er war schon ein Astatheros

    somit gibt es zwei Pseudonyme : Astatheros bussingi, Amphilophus bussingi

    Viele Grüße


    Roland



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    3 Mal editiert, zuletzt von Schwabe () aus folgendem Grund: Wort vergessen : er Nachtrag erstellt

  • Hallo zusammen,

    nun ich wusste nicht so recht ob William A.Bussing hier richtig ist ....... ich denke schon da es nicht einen einzigen Cribroheros gibt, welchen er nicht untersucht hat.


    William Albert Bussing ( 1933 - 2014 )


    auch als Don William bekannt muss eigentlich nicht vorgestellt werden. Dies hieße Eulen nach Athen tragen. Don William wurde am 27.09.1933 in Los Angeles als US - Amerikaner geboren lebte aber ab dem Jahr 1966 bis zu seinem Tode im Jahr 2014 unter anderem als Professor an der School of Biology der Universität von Costa Rica (UCR) in Costa Rica. Hier war er seit 1978 ordentlicher Professor. Auch nach seiner Pensionierung konnte er seine Passion weiterleben und er zum emeritierten Professor ernannt und setzte seine Arbeit als Kurator für Ichthyologie am UCR bis zum Tode fort.

    Die Wissenschaft verdankt diesem Ichthyologen einen riesigen Fundus an Taxonomie, Systematik, Ökologie, Zoogeographie und Entwicklung von Süßwasser- und Meeresfischen in Costa Rica und Mittelamerika. So veröffentlichte er fast 90 Artikel und beschrieb im Laufe seines Lebens 60 Fischarten z.B. den Amatitlania sajica und natürlich einen Cribroheros nämlich den Cribroheros diquis.

    Nun zu ihm gäbe es noch über sein Leben unheimlich viel zu erzählen aber dies würde hier den Rahmen sprengen.


    Biographie

    Viele Grüße


    Roland



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  • Hallo zusammen,


    nun ich habe gerade ein Video vom Maxim Savchuk angesehen und habe mich entschlossen dieser Thread weiter zu machen. Die Cribroheros sind einfach zu schön.

    Wahrscheinlich gibt es auch dieses Video zum zweiten Mal, aber diese Fische sind einfach zu supertoll und äußerst selten.


    Viele Grüße


    Roland



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  • Schwabe

    Hat den Titel des Themas von „Cribroheros“ zu „Cribroheros Gattung“ geändert.
  • Cribroheros diquis


    Etymologie:

    Die Cribroheros -Gattung wurde im Jahr 2016 durch Rican und seine Kollegen aufgestellt und kommt vom lateinischen Substantiv crībrum was so viel wie Sieb bedeutet.Heros ist ein Held in Latein. Dies ist daher als Anspielung auf die Art der Nahrungssuche zu sehen


    Die Artnamensgebung Disquis durch Bussing im Jahr 1974 bezieht sich auf die präkolumbianische Kultur Costa Ricas.Disquis sind in Costa Rica mysteriösen runden Skulpturen, deren Bedeutung bis heute unklar geblieben ist.


    Beschreibung:

    Dieser durch Bussing beschriebene Cichlide, welcher ihn zunächst als Cichlasoma diquis beschrieb und dem Cribroheros alfari sehr ähnlich sieht zeichnet sich durch eine auffallend helle, strohgelbe Körperfarbe und rot umrandete Rückenflosse aus.

    Der Fisch wird auch nicht so groß, bei etwa 15 cm ( Männchen ) ist seine Maximalgröße.Somit gehört er auch zu den kleineren Arten Mittelamerikas. Er stammt aus Costa Rica. In seinem Herkunftsgebiet ist er häufig anzutreffen und hier wiederum in mittel - bis langsam fließenden Gewässern mit Sand - oder Schlammböden. Interessant ist, dass der Diquis nur in Flüssen vorkommt, welche in den Pazifik abfließen während sein Gegenpart der Alfari nur in Flüssen vorkommt, welche im Atlantik münden.

    Nun der Cribroheros diquis wurde wohl schon im Jahr 1987 bei uns eingeführt, doch er erfreut sich keiner großen Beliebtheit, warum kann ich nicht sagen. So nimmt es kein Wunder, dass keine Zuchtberichte vorliegen ja selbst Fotos oder gar Videos sind Mangelware. Eine Herausforderung für Enthusiasten. Dürfte doch nicht so schwer sein ein Aquarium mit einem Sandboden einigen Steinen und etwas Wurzelholz darzustellen. Dann 2 - 3 Pärchen in einem Aquarium zu halten und zu pflegen.


    Die Ernährung

    Gehen wir hier von der natürlichen Ernährung aus, welche hauptsächlich aus Würmern, Hummer, Schnecken, Insekten und deren im Boden lebende Larven besteht. In nährstoffarmen Zeiten können auch Algen und organisches Material in Form von pflanzlichem und tierischem Abfall bestehen. Im Boden wird immer etwas gefunden.

    Viele Grüße


    Roland



    Reden ist Silber und Schweigen ist Gold.

    Einmal editiert, zuletzt von Schwabe ()

  • Ein paar weitere Infos zum Cribroheros diquis


    Bei der Maximal - Länge gehe ich von genau so annähert 20 cm bei Männchen aus. Er ist heller als der Cribroheros alfari und eben auf der pazifischen Seite und der Alfari wird gegen 20 cm.

    Synonyme / Pseudonyme : Amphilophus diquis, Astatheros diquis, Cichlasoma diquis,

    Deutscher Namen: Diquis Buntbarsch

    Herkunft: Nebenfluss des Rio Sierpe Rica. / Pazifikküste im Nordosten Costa Ricas.


    Wasserparameter : pH - Wert : 6,5 - 8, Härte dH 3 ° - 20 ° und Wassertemperatur 23-33 ° C.

    Viele Grüße


    Roland



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